07 April 2020

Der Traum vom Löwen


Aufgewacht bin ich, weil ich geschrien habe. Der Löwe hatte sich wieder an mich herangepirscht, von hinten. Vermutlich war er durch die offene Tür des Nachbarhauses hineingekommen und hatte den Durchgang in mein Haus gefunden.
Vorher hatte er mich durch die Straßen verfolgt, nicht eilig, nicht aggressiv, aber auch nicht abzuhängen. Durch alle Gassen und Winkel lief er hinter mir her, auch meinen immer schneller werdenden Laufschritt quittierte er mit einer gewissen Gleichgültigkeit.
Endlich erreichte ich mein Haus, meine Burg, meinen Rückzugsort. Und gerade noch vor seiner Nase konnte ich die Haustür schließen. Ich wähnte mich in Sicherheit bis zu dem Moment, als er plötzlich hinter mir stand. Ganz ruhig war er, griff mich nicht an; aber durch seine pure Anwesenheit demonstrierte er, dass er der Herr der Lage war. Dass er bestimmt, ob er über mich herfällt oder nicht. Sicherheit eine Illusion.

In der Morgendämmerung drehe ich mich wieder herum. Es war nur ein Traum. Ein Potpourri aus Krimi, Corona-Bedrohung und Sorgen um Gesundheit und Sicherheit.

03 April 2020

Lemminge


Wenn Lemminge schwimmen, ist das dann Schwarmintelligenz?

Du wolltest


Wenn ich mir manchmal vorstelle, wo ich ohne Deinen Willen wäre: Ein Student vielleicht noch, wenn nicht äußerlich, so doch innerlich. In der Gedankenwelt gereift, aber im Leben bescheiden. Ein bedauernswert naiver Mensch, nicht ernst zu nehmen.
Eine Freundin von mir hat vor Jahren bei sich selbst festgestellt, dass Kleider Leute machen. Ihre Erfahrung war die unterschiedliche Reaktion der Mitmenschen im Meeting in Abhängigkeit von ihrer Garderobe. Gute Erkenntnis. Es ist eben nicht nur relevant, wie man sich selbst sieht. Und auch wenn man persönlich auf Äußerlichkeiten keinen Wert legt: Die Mitmenschen tun es.

Allgemein bekannt: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Heißt: Selbst, wenn man den Mund geschlossen hält und die Arme vor dem Körper verschränkt – auch darin liegt eine Botschaft. Alles was wir tun oder unterlassen, wie wir agieren, was wir priorisieren und was wir nach außen tragen – es ist eine Botschaft, egal ob wir sie aktiv steuern (managen) oder einfach laufen lassen. Egal, ob wir es bewusst tun oder unbewusst.

Es ist mir nicht leicht gefallen, das zu verstehen. Ich selbst lehne es ab, eine Fassade aufzubauen, Dinge oder eigene Eigenschaften zu vermarkten. Aber es spricht nichts dagegen, ein authentisches und dabei ganzheitlich harmonisches Bild zu zeigen.

Was Du wolltest: Lieber Eckhard, analysiere, wer Du bist, was Du bist, was Du kannst. Und dann vertritt es auch. In allen Facetten. Vom Auftreten über die Sprache bis zu den Statussymbolen.