Tja, Menschen sind auch nur Tiere. Tief in ihnen schlummern Eigenschaften, die aus der Tierwelt bekannt sind und die sich natürlich auch in der Art und Weise niederschlagen, wie sie miteinander umgehen. Werfen wir einen Blick darauf, wie Beziehungen bestimmter Tiere typischerweise gestaltet sind und was wir davon in der menschlichen Partnerschaft oder allgemeiner in menschlichen Teams wiederfinden.
Hund
Treu ergeben, wenn sie ihr Herrchen oder Frauchen als Leitfigur ansehen. Man kann ihnen Dinge beibringen und sie trainieren, auf bestimmte Kommandos oder Reize gezielt zu reagieren. Je nach Rasse neigen sie dazu, ihr Revier oder ihr Rudel zu verteidigen.
Hat man einen solchen Partner, dann lässt er sich steuern, zu gewünschten Handlungen führen und je nach Erziehung auch dominieren.
Katze
Liebevoll, aber auch eigenwillig gestaltet sie die Beziehung nach eigenen Vorstellungen, lässt sich dabei nur eingeschränkt beeinflussen. Übungen macht sie nur mit, wenn sie möchte, ansonsten erschließt sie sich die Welt selbst. Allerdings ist sie auch empathisch zur Stelle, wenn es emotionale Schwierigkeiten gibt und wirkt moderierend auf die Partnerschaft.
Wer eine Katze als Partner hat, der muss sich daran gewöhnen, dass Freiraum innerhalb eines treuen Rahmens nicht nur erwartet, sondern aktiv eingefordert wird. Konditionierung ist nahezu aussichtslos, es wird viel (emotional) geschenkt, aber man kann es nicht einklagen.
Esel
Ein hochgradig belastbares und zuverlässiges Tier, das allerdings in machen Situationen überraschend störrisch sein kann. Die Gründe für dieses Verhalten sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, man kommt aber nur mit enormem Kraftaufwand weiter oder (völlig problemlos) wenn man das Hindernis beseitigt hat. Esel sind entgegen der landläufigen Meinung intelligent, ihre Verweigerung resultiert aus einer (für sie) logischen Entscheidung.
In der Partnerschaft ist Mitdenken und eine erhebliche Portion Empathie gefragt. Wer sich in einen Esel hineinversetzt und bei Widerspenstigkeit nach der Ursache forscht statt mit Gewalt zu reagieren, hat eine wertvolle Arbeitskraft und kann gut vorankommen.
Ziege
Sie machen aus Prinzip was sie wollen, allein um zu demonstrieren, dass sie machen können, was sie wollen. Dieser Wille ist weitgehend ziellos, mehr im Sinne einer grundsätzlichen Opposition. Es ist kraftraubend und mühsam, sie auf einen definierten Weg zu bringen.
Führung im klassischen Sinne ist ausgeschlossen, konstruktive und planbare Zusammenarbeit praktisch nicht möglich. Neben den offensichtlichen Kurswechseln zur Demonstration der eigenen Macht und Gestaltungsfreiheit laufen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verdeckte Aktivitäten, die den offiziellen Kurs torpedieren.
Schlange
Durch ihren besonderen Körper ist sie sehr beweglich, kann aber abgesehen von schnellen Bewegungen auch unvermittelt von der Seite oder gar von hinten angreifen.
Im Falle solch einer Partnerschaft ist erhöhte Wachsamkeit geboten. Was nicht in der direkten Kommunikation läuft, wird über Kollegen, Freunde und Bekannte platziert. In vielen Fällen wird es schwierig, die Quelle einer Aussage zu finden, da durch Verschleierung kaum noch erkennbar ist, von wem und mit welcher ursprünglichen Botschaft die Kette angefangen hat.
Eule
Insbesondere wird die Eule dann aktiv, wenn andere zur Ruhe kommen. Während sie die Zeit tagsüber schläfrig verbringen, wachen sie mit der Dämmerung auf und entpuppen sich dann als sorgfältige Beobachter und scharfe Denker.
Sie können sehr wertvolle Teampartner sein, nur darf man sie nicht in die übliche Zeitplanung zwingen. Ein Tag Bedenkzeit muss immer einkalkuliert werden, dafür ist das Ergebnis dann möglicherweise besonders gut durchdacht. Für Tätigkeiten mit Interaktion oder Dialog eignen sich Eulen nur bedingt.
Faultier
Es heißt nicht nur so, es hat auch einen sehr gemütlichen Tagesablauf, manchmal nicht mehr als vier Aktivitätsstunden. Dabei kann es mehr oder weniger hübsch aussehen, ist allerdings ansonsten weitgehend unnütz.
Viel bewegen kann man mit Faultieren nicht. Weder unterbrechen sie freiwillig ihre Ruhephasen, noch zeichnen sie sich durch Impulse oder selbstgewählte Leistungen aus. Motivation wird zur Herausforderung, wobei die Bequemlichkeit so zentral ist, dass selbst die meisten üblichen Anreize nicht weiterbringen.
Biene
Von Sonnenauf- bis -untergang zu arbeiten ist für Bienen selbstverständlich. Sie schaffen, planen, organisieren und kommunizieren zur Optimierung ihrer Leistung.
Unscheinbar und deshalb oft nicht angemessen geschätzt. Zwar hält es die Biene für eine Selbstverständlichkeit, ihre Arbeitskraft für das Team oder die Familie einzubringen, freut sich aber an dem Ergebnis ihres Fleißes. Ehrungen sind nicht notwendig, aber die fortlaufende Rückmeldung, dass man die geleistete Arbeit wahrgenommen hat. Sehr leicht zu steuern und auch für ausgesprochen unattraktive Arbeiten einzusetzen, wenn sie nur fleißig sein dürfen.
Fuchs
Mit guter Nase, scharfen Augen und spitzen Ohren hat der Fuchs die Grundlage, mit seiner Intelligenz gut zu beobachten und clevere Schlüsse zu ziehen.
Wer einen Fuchs im Team hat, der hat einen klugen Entscheider. Seine Meinung ist meist gut begründet und als Basis für Taktik und Strategie geeignet. Um seine Beobachtungsgabe optimal nutzen zu können bleibt er oft lieber im Hintergrund und tritt auch bei offiziellen Runden wenig in Erscheinung.
Fisch
Kommunikation läuft unter Wasser anders. Stilles, meist ziemlich ruhiges Schwimmen und die Bildung von Schwärmen sind charakteristisch. Aber vor allen Dingen sind sie glitschig, nicht zu fassen und nur schlecht mit bloßer Hand zu fangen.
Man sieht sie vielleicht, aber man hört sie nicht. Ruhig sind sie einfach stets in der Nähe, folgen und sind immer da, wenn man sie braucht. Eher langweilig und ohne Impulse, grundsätzlich sozial aber nicht unbedingt an bestimmte Personen gebunden. Und genauso wie sie nicht in Beziehungen zu fixieren sind, sind sie auch in ihren Aussagen so schwammig, dass man sie nicht darauf festlegen kann.
Pferd
Es kann schnell laufen, ist einfühlsam und je nach Rasse auch für schwere Arbeit geeignet. Dabei aber auch sehr ängstlich mit dem Reflex, Hindernissen auszuweichen. Es scheut vor Barrikaden und muss stets eine Fluchtmöglichkeit haben.
In der Partnerschaft mit dem richtigen Management sehr angenehme und gute Mitspieler. Allerdings kann es Kraft kosten, sie zu Neuem zu bewegen, Herausforderungen anzugehen oder gar Schwierigkeiten in Angriff zu nehmen. Abgesehen davon muss dieser Typus immer einen Notausgang haben, der zumindest grundsätzlich als Alternative zur Verfügung steht. Gewaltsames Durchsetzen von Anforderungen ist völlig ungeeignet und führt zu seelischen Störungen oder Trennungen.
Bär
Als Inbegriff der Kraft steht der Bär auch für eine gewisse Geschicklichkeit und nicht zu unterschätzende Geschwindigkeit. Nur mit der Feinkoordination hapert es, er bewegt und verhält sich tapsig.
Für feine Arbeiten, Diplomatie oder den Einsatz in filigranen Netzwerken sind diese Personen nicht geeignet. Sie verhalten sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen, wobei sie die Zerstörung in Kauf nehmen und oft noch nicht einmal wahrnehmen. Hilfreich, wenn man einen Menschen braucht, der durchgreift und ohne zu viel Skrupel aufräumt. Dabei muss man aber im Hinterkopf haben, dass das Fehlen von Feingefühl auch für die eigene Beziehung gilt.
Taube
Zu Recht werden sie im Zusammenhang mit Frieden und mit Liebe dargestellt. Sie suchen sich ihre Partner, mit denen sie dann bis zum Tod verbunden bleiben. Turteln, gegenseitige Versorgung und die Aufzucht von Nachwuchs sind die zentralen Lebensinhalte.
Wie bei den Tieren so bei den Menschen: Nicht die Arbeit, Hobbys, Gemeinschaft oder Kreativität bilden die seelische Mitte, sondern allein die persönliche Partnerschaft. Alles dreht sich um Liebe, diesem Begriff und seiner Ausgestaltung werden alle anderen Elemente untergeordnet. In der Zweisamkeit (privat und beruflich) sehr eng an genau einen anderen Menschen gekoppelt. Fällt dieser weg entsteht eine Lücke, die nach besten Möglichkeiten kurzfristig wieder durch so eine enge Partnerschaft geschlossen wird.
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