In der Serie "Eckhard ruft an" nehme ich meine verschiedenen Gesprächspartner auf den Arm. Meist haben sie Humor, aber manchmal auch gar kein Verständnis für meine guten Ideen und ungewöhnlichen Fragen.
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Ich bin verbunden mit der Auskunft vom Flughafen, seit einigen Minuten hänge ich in der Warteschleife. Endlich eine menschliche Stimme: „Service Center Fraport Rhein-Main, Sie sind verbunden mit der Auskunft. Mein Name ist Ömer, ich arbeite mit KI-Unterstützung. Wenn das für Sie ein Problem ist drücken Sie auf der Taste Ihres Telefons bitte die Raute-Taste und legen anschließend auf.“
„Ich bin einverstanden. Nutzen Sie ruhig ihren Chatbot, ich recherchiere ja auch alles Mögliche bei ChatGPT, eine feine Sache. Und es ist ja auch gar kein Geheimnis, das ich Ihnen mitteilen will, nur eine Fehlanzeige.“
„Was meinen Sie mit Fehlanzeige? Brauchen Sie keine Auskunft? Soll ich Sie an die Beschwerdestelle verbinden?“ – „Aber nein, keine Beschwerde, eine Fehlanzeige. Wissen Sie nicht, was das ist? Dann fragen Sie doch einfach Ihre schlaue KI. Bei Fehlanzeigen geht es um die Mitteilung, dass etwas Erwartetes nicht eintrifft.“
„Aha. Und was trifft nicht ein?“ – „Der Bombenangriff.“ – „Welcher Bombenangriff? Wovon sprechen Sie?“ – „Gut, also, ich will es Ihnen erläutern. Für morgen habe ich einen Flug gebucht, wissen Sie, mein Jahresurlaub auf Malle. Viel Kleidung brauche ich nicht, aber ich werde ein paar Dosen heimisches Bier in den Koffer tun. Damit ist er dann voll, eine Bombe werde ich da nicht mehr unterbekommen. Sie können also davon ausgehen, dass ich morgen keinen Angriff plane.“
„Ich leite Sie mal weiter an die Sicherheitszentrale. Bombendrohungen nehmen wir grundsätzlich und immer sehr ernst. Von wo rufen Sie an?“ – „Von zu Hause, ich packe gerade den Koffer, habe ihn gewogen und bin die Checkliste durchgegangen, was ins Handgepäck gehört und was nicht. Alles konform mit den Vorschriften. Und jetzt wollte ich Sie noch informieren, dass ich auch keine Bombe im Koffer verstauen werde. Bei Bombenangriffen morgen komme ich als Täter nicht in Frage und für heute Nacht werde ich mir noch ein Alibi besorgen. Also rundherum Fehlanzeige, verstehen Sie?“
„Ähm, nein. Ist das jetzt eine Bombendrohung oder was soll der Anruf?“ – „Das habe ich Ihnen doch gerade erklärt. Der Anruf ist eine Fehlanzeige. Keine Bombe bei mir, kein Angriff durch mich, keine Drohung, zumindest von meiner Seite aus Entwarnung. Das können Sie dem Sicherheitsdienst gerne mitteilen.“ – „Und deshalb rufen Sie an?“ – „Ja, genau. Jetzt haben Sie es verstanden. Ich will ja ganz korrekt sein, habe Laptop und Ladegerät getrennt, Flüssigkeiten in kleine Behälter umgefüllt, Waffen oder auch nur spitze Gegenstände sorgfältig aussortiert, sogar auf meinen Zirkel werde ich im Urlaub verzichten. Und am Ende dachte ich, dass ich Ihnen noch mitteilen sollte, dass ich neben Ihren ganzen Vorschriften, Regelungen, Checkliste noch einen Schritt weitergedacht habe und Ihnen proaktiv mitteile, dass ich keine Bombe im Gepäck mit mir führe.“
„Aber das ist nicht notwendig. Wenn jetzt jeder Reisende anruft und mir sagt, was er NICHT im Koffer hat, dann komme ich ja nicht mehr zu meiner Arbeit als Auskunft.“ – „Aber Bomben interessieren Sie doch, Sie haben selbst gesagt, dass Sie das Thema ernst nehmen. Und da bin ich doch eine Hilfe, wenn Sie sich einfach notieren, dass ich keine dabeihabe. Ich will Ihnen doch nur behilflich sein und Ihre komplizierten Vorschriften als Kunde unterstützen.“
„Gut, gut. Sie haben alles richtig gemacht. Vielen Dank für Ihren Anruf. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“ – „Vorerst nicht, ich hoffe, Sie haben meine Personalien zu Flug LH 1158 aufgenommen und vor Ort erkundige ich mich dann nach der Telefonnummer für meine Fehlanzeige zum Rückflug.“
„Ja, wenn Sie meinen…“ Es macht klick.
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