By Dr.-G: Feingeistiges
Feingeistiges am Freitag: Prosa, Lyrik, Kürzestgeschichten, Gedanken, aktuelle Themen, zeitlose Texte.
11 September 2026
Eckhard ruft an: Bahngleis-Nummerierung
04 September 2026
Das Kinderdepot
28 August 2026
Kunst, ganz allgemein
21 August 2026
Mein Mähroboter (ist auch nur ein Mensch)
Laut Anleitung soll das Gerät ja auch Sprachbefehle verstehen. Vielleicht ist das ein bisschen wie bei einem Hund, den man mit "Sitz", "Platz", "Fuß" instruieren und steuern kann. Ich versuche es mit "Start!", aber entweder ist das nicht das richtige Wort, vielleicht ist er auch abgelenkt oder will gar nicht auf mich hören. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft weiter, ich muss erst eine Karte anlegen, sonst geht gar nichts.
14 August 2026
Du bist so süß
07 August 2026
Bilderreise Teil 6: Promenade (Reprise)
Das Bild: Eine leere Leinwand
Mit den Treppenschritten begann eine Bewegung durch Zeit und Identität. Im Maskenspiel begegneten wir den Rollen, die wir übernehmen, und der Frage nach dem, was hinter ihnen verborgen bleibt. Innenwelten führte uns in die Nähe zweier Menschen und in die Verletzlichkeit jeder echten Begegnung. In der Zarten Erinnerung wurde spürbar, wie Vergangenheit in uns weiterlebt, selbst wenn ihre Konturen längst verblasst sind. Und die Blüte in Fragmenten erinnerte uns daran, dass sich das Ganze oft erst aus vielen einzelnen Teilen zusammensetzt.
Vielleicht war dies weniger eine Ausstellung von Bildern als eine Reise durch Erfahrungen, die uns alle verbinden.
Nun steht die Staffelei leer.
Dort, wo eben noch Formen, Farben und Geschichten sichtbar waren, bleibt eine offene Fläche zurück. Doch vielleicht bedeutet diese Leere nicht, dass etwas fehlt. Vielleicht ist sie vielmehr ein Raum für das, was erst jetzt entstehen kann.
Denn was wir aus Kunst mitnehmen, entsteht selten im Augenblick des Betrachtens. Oft beginnt ihre eigentliche Wirkung erst später – in einer Erinnerung, in einem Gedanken, in einem Gespräch auf dem Heimweg.
Vielleicht kann dieses Bild nicht gemalt werden.
Vielleicht entsteht es erst in der Erinnerung eines jeden Einzelnen.
In den Gedanken, die wir mitnehmen.
In den Bildern, die nachklingen.
Und in den Wegen, die wir von hier aus weitergehen.
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Mussorgsky: Promenade (Reprise)
Als Modest Mussorgsky seine Bilder einer Ausstellung komponierte, kehrte er immer wieder zur Promenade zurück.Sie verbindet die einzelnen Bilder zu einem Ganzen.
Doch mit jedem Bild verändert sie sich: Mal neugierig, mal eilig, mal unschlüssig, mal voll düsterer Gedanken.
Derselbe Weg wird erneut beschritten – aber der Mensch, der ihn geht, ist nicht mehr derselbe.
So schließt sich heute der Kreis unserer Bilderreise.
Die erste Promenade war ein Aufbruch.
Die letzte Promenade ist eine Rückkehr.
Nicht zurück an den Ausgangspunkt, sondern zurück zu uns selbst – bereichert um die Bilder, die wir gesehen, die Gedanken, die wir geteilt, und die Musik, die wir gehört haben.
Die Leinwand bleibt leer.
Der Klang: Promenade (Reprise)
31 Juli 2026
Bilderreise - Teil 5: Ballett der unausgeschlüpften Küken
Das Bild: Blüte in Fragmenten

Auf den ersten Blick sehen wir eine Blume.
Ein Motiv, das in der Kunst seit Jahrhunderten für Schönheit, Wachstum und Lebenskraft steht.
Doch diese Blüte entfaltet sich nicht in weichen natürlichen Formen. Sie setzt sich aus unzähligen Facetten zusammen, aus Fragmenten, die sich zu einem Ganzen fügen und zugleich ihre Eigenständigkeit bewahren.
Gerade darin liegt für mich die besondere Spannung dieses Bildes.
Die Blume erscheint lebendig und kraftvoll, und doch wirkt sie, als wäre sie in ihre Einzelteile zerlegt worden. Das Vertraute bleibt erkennbar, aber es hat seine Selbstverständlichkeit verloren.
Vielleicht erzählt das Bild damit auch etwas über unsere Zeit.
Wir erleben die Welt selten als geschlossenes Ganzes. Informationen, Bilder, Erinnerungen und Erfahrungen erreichen uns in vielen einzelnen Fragmenten. Oft versuchen wir erst im Nachhinein, daraus einen Zusammenhang zu formen.
Und doch entsteht aus diesen Bruchstücken etwas Neues.
So wie aus den vielen polygonalen Flächen eine Blüte entsteht, entsteht auch aus den einzelnen Erfahrungen unseres Lebens etwas, das wir Identität nennen.
Das Bild bewegt sich zwischen Gegensätzen: zwischen Natürlichkeit und Konstruktion, zwischen Gefühl und Analyse, zwischen organischem Wachstum und geometrischer Ordnung.
Es entscheidet sich nicht für eine Seite.
Vielleicht liegt gerade darin seine Schönheit.
Denn das Leben selbst ist selten vollkommen und selten widerspruchsfrei.
Es besteht aus Fragmenten, die sich immer wieder neu zusammensetzen.
Und manchmal erkennen wir erst mit etwas Abstand, dass gerade diese Fragmente das Ganze ausmachen.
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Mussorgsky: Ballett der unausgeschlüpften Küken
Nach den stillen Erinnerungen des alten Schlosses führt uns Mussorgsky nun in eine ganz andere Welt.Sein „Ballett der unausgeschlüpften Küken“ entstand nach einem Bühnenentwurf für das Ballett „Trilby“ für Kinder in Kükenkostümen.
Die Musik ist leicht, verspielt und voller Bewegung.
Doch hinter ihrer Heiterkeit verbirgt sich ein Gedanke, der gut zu diesem Bild passt.
Die Küken sind noch nicht geschlüpft.
Sie befinden sich in einem Zustand des Werdens.
Ihre endgültige Gestalt ist noch nicht sichtbar.
Auch die Blüte vor uns erscheint nicht als vollkommene, abgeschlossene Form.
Sie setzt sich aus vielen einzelnen Teilen zusammen.
Und dennoch entsteht daraus etwas Lebendiges.
So erzählen Bild und Musik auf unterschiedliche Weise von Entwicklung und Entfaltung.
Von der Kraft des Lebens, die bereits spürbar ist, bevor sie ihre endgültige Form gefunden hat.









