21 März 2020

Mentale Fitness


Wir haben nun – dem Hirn sei Dank
So mannigfaltig Assoziation geübt
Das alte Denkgerät – es ist agil
Und bringt uns immer noch dorthin
Wo kein Gedanke noch so fern
Bisher das Denkensland betreten.

Ein Paradies ist’s, das da vor uns liegt
Wir treten ein mit banger Furcht
Ein wenig graut uns schon davor
So kalt ist’s hier und finster ob des Unbekannten.

Nun sind wir drin – welch‘ Finsternis zunächst
Doch hinten dort – ist da nicht Licht?
Ein Hoffnungsschimmer scheint mir da
Wenngleich ich zaudere und zög’re

Ja, schon: Es ist ein Licht!
Sinn-Voll und Merk-Würdig sind die Werte
Die gleich der Erde um die Sonne
Stets um die Überlegung kreisen.

Wir lernen: Denken, denken, denken.
Ist es die Kunst, den alten Griechen nachzueifern,
Von Loci-Technik und Gedanken-Experimenten
Erzählt der Referent – und Recht hat er.

Da sitz‘ ich nun – des Schreibens müde
Ein bisschen bin ich aber dennoch froh
Denn auch der dickste Block geht mal zu Ende
Und ich bin trotzdem Sinnes-voll.

17 Februar 2020

Altersgerecht


Der Weg von den
Hochebenen meiner Gedanken
Zu den
Niederungen des Alltags
Wird zunehmend länger.

Deshalb arbeite ich
An der Reduzierung der Stufenanzahl
Meines Elfenbeinturms
Und plane die Barrierefreiheit
Meines Denkstübchens.

31 Januar 2020

Und ich kam in eine große Stadt

Und ich kam in eine große Stadt, wo die Leute nicht mehr lachen konnten; das einzige, was sie konnten, war essen und schlafen, wenn sie sich nicht gerade auf einer Party befanden.

Auch ich wurde von der Stadt aufgenommen, schlief ein bisschen und ging auf Partys. Die Zeit verging - mit oder ohne mich, lief einfach so weiter, ein Tag verging, dann noch einer, vielleicht auch eine Woche oder zwei... ich weiß es nicht: Schließlich war ich eins geworden mit der Masse, den Kreaturen, die sich tagsüber nicht aus den Häusern trauten und die nachts an meinen Beinen hingen, ihre Lefzen dicht vor meinem Gesicht.

Es war, als wäre ich in eine Höhle gefallen, auf deren Boden sich Schlangen und anderes Gewürm ringelten.

28 Januar 2020

Bescheiden


Das bisschen, das ich hören will, kann ich mir selber spielen.
Das bisschen, das ich sehen will, kann ich mir selber fotografieren.
Das bisschen, das ich lesen will, kann ich mir selber schreiben.
Das bisschen, das ich essen muss, kann ich mir selber kochen.
Das bisschen, das ich reden will, kann ich mir selbst erzählen.