10 Juli 2026

Bilderreise - Teil 2: Gnomus

Ein Sommergarten voller Kunst 2026

Im Rahmen der Veranstaltung "Ein Sommergarten voller Kunst" haben wir eine Bilderreise entlang einiger Titel von Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" gemacht.
Als Mussorgsky diese Werke komponierte, ließ er sich von den Bildern seines Freundes Viktor Hartmann inspirieren. Aus Gemälden wurden Klänge. Beim "Sommergarten voller Kunst" haben wir den umgekehrten Weg eingeschlagen. 

Wir haben ausgewählte Werke von Sandra Gleitsmann den musikalischen Bildern Mussorgskys gegenüber gestellt und dazu eingeladen, selbst Verbindungen zu entdecken – manchmal offensichtlich, manchmal überraschend, manchmal vielleicht ganz persönlich.

Das Bild: Das Maskenspiel

Sandra Gleitsmann: Das Maskenspiel

„Das Maskenspiel“ handelt auf den ersten Blick von einer Maske.

Doch je länger man das Bild betrachtet, desto deutlicher wird, dass die eigentliche Frage nicht lautet, wer sich hinter der Maske verbirgt, sondern warum wir überhaupt Masken tragen.

Die Maske wirkt zugleich schützend und verstörend. Sie verdeckt das Gesicht, lenkt unseren Blick aber paradoxerweise erst recht auf das, was verborgen bleibt.

Damit berührt das Bild eine sehr menschliche Erfahrung.

Schon früh lernen wir, unterschiedliche Rollen einzunehmen. Wir verhalten uns anders als Kind, als Freund, als Partner, als Berufstätige. Manche dieser Rollen geben uns Sicherheit. Andere engen uns ein. Wieder andere übernehmen wir so selbstverständlich, dass wir sie kaum noch bemerken.

Das Bild macht diesen Widerspruch sichtbar.

Die Figur erscheint verletzlich und zugleich selbstbewusst. Die feinen Stoffe, die Federn und die beinahe theatralische Inszenierung verleihen ihr etwas Festliches. Doch die groben Nähte auf der Maske erzählen eine andere Geschichte.

Sie wirken wie Spuren von Brüchen, Erfahrungen und Verletzungen.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Spannung des Werkes:

Dass Identität nicht etwas Fertiges ist, das sich einfach enthüllen lässt.

Sondern etwas, das entsteht, sich verändert und manchmal auch mühsam zusammengesetzt werden muss.

So wird die Maske nicht nur zum Symbol des Verbergens.

Sie wird zugleich zum Symbol der Suche nach dem eigenen Ich.

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Die Musik: Gnomus

Viktor Hartmann: Gnomus
Auch Mussorgskys „Gnomus“ begegnet uns nicht mit Klarheit.

Die Figur des Gnoms wirkt rätselhaft, sprunghaft und schwer zu greifen.

Mal erscheint sie verspielt.

Dann wieder unruhig oder sogar verstörend.

Ähnlich wie die Maske in diesem Bild zeigt auch die Musik nicht alles auf den ersten Blick.

Sie lässt uns bewusst im Ungewissen.

Beide Werke spielen mit dem Verborgenen.

Mit dem, was wir zu erkennen glauben, und dem, was sich unserem Blick entzieht.

Vielleicht liegt gerade darin ihre Verbindung:

Dass sie uns daran erinnern, wie vielschichtig Identität sein kann.

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Der Klang: Bilder einer Ausstellung


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