Euch wiederzusehen war eine Freude. Wahrscheinlich waren es die Stehtische, an denen wir uns versammelt hatten, die alten Geschichten, die wir aus unseren Rucksäcken herausholten. Lag eine leichte Patina über allem, waren die Schuhe eine Erinnerung an frühere Zeiten, die Kleidung eine Anspielung auf vergangene Lebensphasen und die Gesten der Versuch, die ganze Szene zu umarmen.
Dieser Spagat zwischen Hier-und-jetzt und unserer fast vergessenen Vergangenheit. Der Versuch, sich zurückzuversetzen, die Gefühle aus der Erinnerung abzurufen und vielleicht sogar wieder aufleben zu lassen. Die Frage zu beantworten, was von alledem geblieben ist und was für immer in die Tiefen des Archivs gehört. Szenen, die wir uns ins Gedächtnis rufen, Ereignisse, die schon einen Hauch von Vergoldung bekommen haben.
Die Jahre zu überbrücken, in Gedanken und durch Nachfragen die Lücke zu füllen. So viel, was sich getan hat und so wenig, was unsere Charaktere verändert hat. Im Zug des Alterns zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen. Die Partner und Kinder hinzuzunehmen, die Sorgen von damals verschwunden, die Sorgen von heute als Ablösung.
Das Anderssein zu ertragen, die unterschiedlichen Entwicklungen zu akzeptieren. So wenig Gemeinsamkeit und doch so viel was uns verbindet. Die Vergangenheit als Echo unserer Geschichte, die Gegenwart als Beweis für Bindungen. Was aus uns geworden ist, wie sich das Leben verändert hat und wie die alten Werte noch aufblitzen.
Diese Sammlung neuer Eindrücke, die mit Erfahrungen, Erlebnissen, Erinnerungen in Einklang gebracht werden müssen. Die Fragen, die dadurch entstehen und beantwortet werden wollen. Und der Versuch, sich selbst hierzu ins Verhältnis zu setzen. Was geblieben ist, sich verändert hat, dazu gekommen ist. Hier wie da.
Am Stehtisch diese lebhafte Diskussion und Gelächter über ein Weißt-du-noch. Eine mir fremde Geschichte in einem Spielfilm, in dem ich mal eine Rolle gehabt habe. In einer früheren Staffel, längst ersetzt durch einen anderen Darsteller. Revival-Feeling in der Originalbesetzung, wir stoßen an und prosten uns zu.
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